Außergewöhnlicher Einsatz zum Dreck-weg-Tag 2026
Abtauchen im Düsseldorfer Kö-Graben
Am 21. März wurde der diesjährige Dreck-weg-Tag in Düsseldorf um ein besonderes Kapitel reicher: Wir organisierten eine Cleanup-Aktion, die nicht nur an Land stattfand, sondern auch unter der Wasseroberfläche – mitten im Herzen der Stadt, im Kö-Graben entlang der berühmten Königsallee.
Schon beim ersten Blick wurde klar: Dieser Einsatz war anders. Während zahlreiche freiwillige Helfer*innen mit Greifzangen, Handschuhen und Müllsäcken entlang der Promenade und Böschungen unterwegs waren, sorgte ein Anblick für besondere Aufmerksamkeit: Taucher, die sich darauf vorbereiteten, in den Kö-Graben zu steigen.
Unterstützt von der DLRG, Andreas Heczko vom DUC Düsseldorf e.V. und Christian Stock vom K.R.A.K.E. e.V. wurde das Cleanup wortwörtlich in die Tiefe erweitert. Immer wieder blieben Passant*innen stehen, schauten neugierig, zückten ihre Handys oder stellten Fragen: Was machen Taucher im Kö-Graben? Was kann sich dort unten überhaupt befinden? Die Aktion wurde so nicht nur zu einem Umwelteinsatz, sondern auch zu einem echten Blickfang und Gesprächsanlass mitten in der Stadt.
Die Antwort auf diese Fragen ließ nicht lange auf sich warten – und sie war ebenso beeindruckend wie erschreckend.
Nach und nach förderten die Taucher Dinge zutage, die im Alltag kaum vorstellbar sind: Insgesamt drei Fahrräder und zwei E-Scooter wurden aus dem Wasser geborgen. Hinzu kamen Straßenschilder und sogar komplette Baustellenabsperrungen – Gegenstände, die offenbar achtlos oder mutwillig im Wasser entsorgt worden waren. Jeder Fund zog neue Aufmerksamkeit auf sich, immer wieder sammelten sich kleine Menschentrauben, die das Geschehen fasziniert verfolgten.
Parallel dazu sammelten freiwilligen Helfer*innen an Land unermüdlich Müll: unzählige Flaschen, Plastiktüten und Verpackungsreste. Besonders auffällig war die enorme Menge an Zigarettenkippen entlang der Straßenränder und Böschungen – klein, aber hochgiftig und eine der häufigsten Umweltverschmutzungen im urbanen Raum. Ebenso erschreckend: zahlreiche Lachgasflaschen, die achtlos weggeworfen wurden und mittlerweile immer häufiger im Stadtbild auftauchen.
Ein besonders eindrücklicher Moment offenbarte sich beim Blick auf die Tierwelt: Die Nester der Wasservögel im Kö-Graben bestanden zu großen Teilen aus Plastikfolien und Verpackungsmüll. Was auf den ersten Blick fast kreativ wirkte, ist in Wahrheit ein alarmierendes Zeichen dafür, wie stark menschlicher Abfall bereits in natürliche Lebensräume eingedrungen ist – mit potenziell gefährlichen Folgen für die Tiere.
Gerade diese Kombination aus sichtbarem Müll an Land und unsichtbaren Funden unter Wasser machte die Besonderheit dieses Cleanups aus. Der Einsatz der Taucher zeigte eindrucksvoll, dass Umweltverschmutzung oft nur zur Hälfte sichtbar ist – und dass echte Veränderung manchmal auch bedeutet, dorthin zu schauen, wo sonst niemand hinsieht.
Gleichzeitig hatte die Aktion eine starke öffentliche Wirkung: Die neugierigen Blicke, die Gespräche mit Passant*innen und das Staunen über die geborgenen Gegenstände machten deutlich, wie wichtig solche sichtbaren Aktionen für die Sensibilisierung sind. Für viele wurde an diesem Tag greifbar, welche Auswirkungen achtlos weggeworfener Müll tatsächlich hat.
Am Ende steht nicht nur eine beeindruckende Sammlung ungewöhnlicher Fundstücke, sondern auch eine klare Zahl, die das Ausmaß verdeutlicht: Insgesamt wurden 522,73 Kilogramm Müll gesammelt. Eine Menge, die zeigt, wie groß die Herausforderung ist – aber auch, wie viel durch gemeinsames Engagement bewegt werden kann.
Über 30 Menschen, unterstützt von spezialisierten Tauchern, haben gezeigt, was möglich ist, wenn Einsatz, Teamgeist und Umweltbewusstsein zusammenkommen.
Ein großer Dank gilt allen Beteiligten – insbesondere den Tauchern der DLRG, des DUC Düsseldorf und der K.R.A.K.E., die dieses Cleanup zu etwas ganz Besonderem gemacht haben sowie der Tauchschule Adam Diving für die Zurverfügungstellung der Sauerstoffflaschen und Nadine Beyer, die die Aktion mit eindrucksvollen Bildern festgehalten hat.
Dieser Tag hat nicht nur Müll aus dem Wasser geholt – sondern auch Bewusstsein an die Oberfläche gebracht.















































